Reifeneinlagerung: Annahme, Kennzeichnung, Lagerung und Ausgabe ohne Verwechslungen
Die meisten Probleme bei der Einlagerung entstehen nicht aus Platzmangel. Sie passieren an den Übergaben: Ein Satz wird im Ansturm ohne Protokoll angenommen, ein Etikett fällt ab, oder jemand stellt einen Satz um, um Platz zu schaffen. Dieser Leitfaden beschreibt einen Ablauf, der diese Lücken schließt.
Woher Verwechslungen kommen
Verlorene oder vertauschte Sätze haben immer dieselben wenigen Ursachen. Der Satz hatte nur einen Nachnamen, keine eigene Kennung. Das Papieretikett hat den feuchten Keller nicht überstanden. Jemand hat den Satz umgestellt, ohne es zu notieren. Oder zwei Kunden mit gleichem Fahrzeug und gleicher Reifengröße kamen am selben Tag. Jede Ursache ist ein Prozessproblem mit einer einfachen Prozesslösung. Was ein Reifenhotel ist und warum sich der Service lohnt, beschreibt unser Artikel zum Reifenhotel; hier geht es um den Betrieb.
Jeder Lagerplatz bekommt eine Adresse
Teilen Sie das Lager vor Saisonbeginn in Zonen, Regale, Fachböden und Fächer ein und kennzeichnen Sie jedes mit einem haltbaren Schild. Eine Adresse wie B-03-2-4 (Zone B, Regal 3, Fachboden 2, Fach 4) bedeutet für alle dasselbe. Bemessen Sie jedes Fach für genau einen Satz, damit eine Adresse einem Satz entspricht. Zählen Sie die Adressen: Diese Zahl ist Ihre tatsächliche Kapazität und zeigt, wann Sie keine Sätze mehr annehmen sollten, bevor das Lager überläuft.
Was bei der Annahme erfasst wird
- Kunde, Kontaktdaten und amtliches Kennzeichen.
- Eine eindeutige Satznummer, die in derselben Saison nicht erneut vergeben wird.
- Reifengröße, Marke, Modell, Saison und Kennzeichnungen wie M+S oder das Schneeflockensymbol.
- Herstellungsdatum aus der DOT-Nummer, Profiltiefe jedes Reifens und sichtbare Schäden.
- Ob Felgen dabei sind, Felgenart, Radkappen und Radschrauben.
- Die Position jedes Rades am Fahrzeug: vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts.
- Fotos jedes Reifens und aller Auffälligkeiten.
- Die Lageradresse und die vereinbarten Einlagerungsbedingungen.
Lassen Sie den Kunden das Annahmeprotokoll unterschreiben oder bestätigen und geben Sie ihm eine Kopie. Kommt im Frühjahr eine Frage zu Profiltiefe oder einem Schnitt auf, schauen beide Seiten auf dieselben Fakten.
Etiketten, die eine Saison überstehen
Kennzeichnen Sie jedes Rad oder jeden Reifen, nicht nur ein Teil pro Satz, mit Satznummer und Radposition, zum Beispiel 2026-0417 VL. Verwenden Sie Reifenanhänger, die bei Kälte und Feuchtigkeit lesbar bleiben. Die Position erlaubt es, bei ungleichmäßigem Verschleiß vorne und hinten zu tauschen, und zeigt sofort, ob etwas vertauscht wurde. Lagern Sie den Satz zusammen, damit er nie aufgeteilt werden muss.
Lagerbedingungen
Lagern Sie Reifen kühl, trocken und dunkel, fern von Wärme, Sonne, Lösungsmitteln und Ozonquellen wie Elektromotoren. Kompletträder werden meist gestapelt oder aufgehängt; Reifen ohne Felge lagern stehend und werden von Zeit zu Zeit gedreht. Halten Sie die Gänge frei, damit jeder Satz erreichbar ist, ohne andere umzustellen.
So organisieren Sie die Reifeneinlagerung Schritt für Schritt
- Vor der Saison alle Lageradressen einrichten, kennzeichnen und die Kapazität zählen.
- Bei der Annahme den Datensatz anlegen: Kunde, Fahrzeug, Satznummer, Reifen, Felgen und Positionen.
- Profiltiefe messen, Herstellungsdatum ablesen, Schäden notieren und Fotos machen.
- Jedes Rad mit Satznummer und Position kennzeichnen.
- Den Satz an einer freien Adresse einlagern und die Adresse zur Satznummer erfassen.
- Dem Kunden eine Kopie des Annahmeprotokolls und der Einlagerungsbedingungen geben.
- Muss ein Satz umziehen, die Umlagerung sofort mit der neuen Adresse erfassen.
- Vor der nächsten Saison die Einlagerungskunden erinnern und die Montagearbeiten planen.
- Bei der Ausgabe den Satz über die Adresse finden, Satznummer, Positionen und Zustand mit dem Datensatz abgleichen und montieren.
- Die Adresse als frei markieren und den Einlagerungsdatensatz abschließen.
Rechenbeispiel (Beispielzahlen)
Eine Werkstatt hat zwei Lagerzonen mit insgesamt 240 Fächern. Ende Oktober gibt ein Kunde einen Satz Sommerräder ab. Der Satz erhält die Nummer 2026-0417, mit Profiltiefen von 5,5, 5,5, 4,0 und 4,0 mm, Herstellungsdatum DOT 1822 auf allen vier Reifen (Woche 18 des Jahres 2022), Alufelgen und ohne Schäden. Vier Etiketten lauten 2026-0417 VL, VR, HL und HR. Der Satz kommt nach B-03-2-4.
Im Januar wird Regal B-03 für größere Räder gebraucht, der Satz zieht nach A-07-1-2, und die Umlagerung wird sofort erfasst. Im April kommt der Kunde, das System zeigt A-07-1-2, und der Satz ist in wenigen Minuten an der Hebebühne. Da das hintere Paar mit 4,0 mm erfasst ist, schlagen die Mitarbeitenden vor, das tiefere Paar vorne zu montieren oder das abgefahrene zu ersetzen. Fach A-07-1-2 wird danach freigegeben.
Ausgabe ohne Verwechslungen
Prüfen Sie die Satznummer auf jedem Etikett gegen den Datensatz, nicht nur den Nachnamen, und vergleichen Sie Profiltiefe und Schäden mit den Annahmefotos. Montieren Sie jedes Rad nach erfasster Position oder Ihrer Entscheidung zum Achstausch. Viele Werkstätten erinnern Kunden daran, die Radschrauben nach kurzer Fahrstrecke nachziehen zu lassen, wie Fahrzeug- und Reifenhersteller üblicherweise empfehlen; halten Sie sich an die Anzugsmomente des Herstellers.
So funktioniert es in OrgLines
In OrgLines ist jedes Lager ein Baum von Lagerorten: Zonen, Fachböden und Fächer, angelegt in den Firmeneinstellungen. Der Satz eines Kunden wird an einer bestimmten Adresse eingelagert, und sein Zustand wird bei der Annahme erfasst. Eine Umlagerung in ein anderes Fach ist ein Transfer mit Historie, sodass der Ort im System mit dem Regal übereinstimmt. Attribute lassen sich für einzelne Einheiten festlegen, sodass jeder Reifen eigene Profiltiefe, Herstellungsdatum, Zustand und Fotos haben kann.
Die Mitarbeitenden in der Werkstatt brauchen keinen Computer: Der Telegram-Arbeits-Bot zeigt ihnen ihre Aufgaben, lässt sie Status ändern und Fotos senden, und eine Führungskraft genehmigt, wer ihn nutzen darf. Vor der Saison bereiten Automationen und der KI-Assistent Erinnerungen und Aufgabenlisten auf Basis Ihres Kundenstamms vor. Eine Online-Terminbuchung gibt es nicht; Anfragen aus Website-Formularen oder Anzeigen landen im Lead-Center und werden als Aufgaben eingeplant. Die Lagerverwaltung ist Teil des Business-Plans.
Typische Fehler
- Sätze über Nachnamen oder Fahrzeugmodell statt über eine eindeutige Nummer identifizieren.
- Ein Etikett pro Satz statt eines pro Rad.
- Papieretiketten, die in feuchten Räumen verblassen oder abfallen.
- Sätze im Ansturm umstellen, ohne die neue Adresse zu erfassen.
- Profiltiefe und Fotos bei der Annahme wegen der Warteschlange auslassen.
- Mehr Sätze annehmen, als es Adressen gibt, sodass Sätze auf dem Boden landen.
- Bei der Ausgabe montieren, ohne den Satz mit dem Annahmeprotokoll abzugleichen.
Checkliste
- Jeder Lagerplatz hat ein physisches Adressschild.
- Die Kapazität ist vor der Saison gezählt und bekannt.
- Jeder Satz hat eine eindeutige Nummer und ein unterschriebenes Annahmeprotokoll.
- Jedes Rad trägt ein haltbares Etikett mit Satznummer und Position.
- Fotos und Profiltiefen sind beim Satz gespeichert.
- Jede Umlagerung wird erfasst, wenn sie passiert.
- Einlagerungskunden werden vor der Saison erinnert.
- Bei der Ausgabe werden Satznummer und Zustand vor der Montage geprüft.